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Schutzwald

Schutzwald in der Gemeinde Graun im Vinschgau
Schutzwald in der Gemeinde Graun im Vinschgau

Der Mensch hat dem Wald schon immer eine wichtige Schutzfunktion zugeschrieben. Diese Funktion wird auf unterschiedliche Weise ausgeübt und richtet sich an verschiedene Aspekte und Komponenten sowohl des Waldökosystems als auch der menschlichen Aktivitäten und Interessen.

In Südtirol ist ein großer Teil, der durch anthropogene Aktivitäten geprägten Landschaft, Waldgebiet. In den letzten Jahren hat das Forstamt eine Studie über die Schutzfunktion des Waldes, insbesondere gegen Naturgefahren, durchgeführt. 

Ausgangspunkt für die Einstufung eines Waldes als "Schutzwald" ist die Identifizierung von Gefahrenquellen und in der Folge der durch diese Gefahren verursachten potenziellen Schäden. 

Die Gefahrenquelle kann in Form einer Lawine, eines Steinschlags,  eines Erdrutsches oder einer Erosion auftreten. Schutzwälder stabilisieren zum Beispiel Schneedecken und verhindern oder verlangsamen so Lawinen, stoppen losgelöstes Felsmaterial und verhindern oder verlangsamen Erosion.

Das Schadenspotential wiederum wird durch die gefährdeten Infrastrukturen und Siedlungsgebiete oder Kulturflächen definiert.

Es werden zwei Arten des Schutzwaldes unterschieden:

  • Wälder mit vorrangiger Selbstschutzfunktion (Standortschutzwald), welche dem Schutz der Kulturlandschaft am Standort dienen;
  • Wälder mit vorrangiger heteroprotektiven Funktion (Objektschutzwälder), welche dem Schutz von talwärts liegender Objekten dienen  

Die Südtiroler Waldfläche kann dabei zu 58% der Kategorie Standortschutzwald und zu 24% der Kategorie Objektschutzwald zugeordnet werden.

Die Erhaltung eines starken und gesunden Schutzwaldes ist eine sinnvolle Alternative zu herkömmlichen Schutzbauten, wie zum Beispiel Steinschlagschutznetze  oder Lawinenverbauungen. Diese Entscheidung hat außerdem wirtschaftliche, landschaftliche und ökologische Vorteile. In diesem Zusammenhang kann eine Risikominderung mit begrenzten Eingriffen durch eine richtige Waldbewirtschaftung erreicht werden. Durch die korrekte forstliche Bewirtschaftung von Waldbeständen ist es auch möglich, deren Schutzwirkung gegen Naturgefahren weiter zu maximieren. 

Die Stammdurchmesser, die Stammanzahl pro Fläche sowie die Lage des Schutzwaldes sind dabei ausschlaggebend. Weiteres wird der Artenzusammensetzung des jeweiligen Schutzwaldes (Verhältnis Nadel- und Laubbäume) eine bedeutende Rolle zugeschrieben. Einfluss nimmt auch die Art der Waldnutzung. So bieten brusthohe Baumstümpfe einen besseren Schutz vor Lawinen als niedere. Die Gesamtheit der genannten Faktoren definiert die Belastbarkeit des Schutzwaldes gegenüber Naturgefahren.

In Anbetracht des Nutzens dieser Wälder wurde die Ausweisung von Schutzwäldern für das gesamte Gebiet der Autonomen Provinz Bozen - Südtirol, in Form einer online zugänglichen Karte möglich gemacht, die Schutzwaldhinweiskarte. Für die Zukunft ist eine Überarbeitung der Karte im Hinblick auf Änderungen in der Landnutzung und auch im Hinblick auf die besseren Berechnungsmöglichkeiten moderner GIS (Geoinformationssystem) und der Ausgangsinformationen, die ebenfalls einer ständigen Aktualisierung und Verbesserung unterliegen, geplant.

Die Rolle des Waldes im Flächenschutz

Der Sturm Vaia zerstörte innerhalb weniger Minuten viele Hektar Wald. Seither ist die natürliche Schutzfunktion des Waldes gegen Lawinen, Erdrutsche und Steinschläge stark eingeschränkt.

Kontakte

Amt für Forstplanung

Landhaus 6 - Peter Brugger, Brennerstraße 6
39100 Bozen
Autonome Provinz Bozen - Südtirol
Tel. +39 0471 41 53 00